Band IV

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Io-Zeit:
Drallflug

Drallflug mit dem Mofa    [G]

Der weite Weg zu den Himmelskörpern

Irgendwann einmal in der Zeit zwischen der Entdeckung der Flugtauglichkeit des Mofas[1] und dem Beginn der Katastrophe hatte man herausgefunden, dass man mit dem Mofa sogar das All bereisen kann. So etwas Besonderes ist dies dort nicht, denn eine so klare Trennung zwischen All und Atmosphäre wie bei uns existiert nicht, weil die Io kaum eine Atmosphäre hat. Weshalb denn auch der Himmel immer und überall schwarz ist. Die Jovis würden sich ganz schön wundern über unseren blauen Taghimmel und würden sich diesen nicht erklären können. Er wäre für sie durch und durch beängstigend.

Wolkenhülle

Jupiters Wolkenhülle
aus der Nähe    [G]

Wenn man aber nun von einer derartigen körperlichen Robustheit ist, dass man sich in der dünnen Schwefeldioxidatmosphäre der Io zurechtfindet, dann kann einem auch das All nichts anhaben, und so flogen die Iovianer mit ihren Mofas immer höher hinauf ins übergeordnete Nichts – freilich aus heutiger Sicht nicht sehr weit, also längst nicht etwa bis zu anderen Monden. Denn selbst wenn ein Mofa im Drallflug[2] auf knapp 1500 km/h kommt, hätte der Flug etwa zur Europa oder Amalthea immerhin gut 160 Stunden gedauert – ein Weg! Wären also 320 Stunden hin und zurück, ohne Aufenthalt. Und in dieser Zeit wäre jeder Iovianer halbwegs verhungert.

Schon gar nicht schickte man sich an, den Zentralplaneten zu bereisen. Zu unheimlich war die Vorstellung, was sich unter seiner bunten Wolkenhülle verbergen könnte. Der mittlere Abstand der Io von der Jupiteraußenhülle beträgt gut 350.000 km, das wären nochmal rund 67 Stunden mehr gewesen als zur Europa oder Amalthea, und dann wäre man erst an der Oberfläche angelangt – der Oberfläche der äußersten Wolken, wohlgemerkt.

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[1] ^ Mofa: Das geflügelte Privat-Fluggerät der Jovianer zum Aufsitzen (s. Seite Das Mofa in Artikel Fliegzeug in Band III). Es wird behauptet, dass nur zufällig entdeckt wurde, dass man damit nicht nur fahren kann.

[2] ^ Drallflug: Eine Flugtechnik mit dem Mofa[1], bei der durch Drehbewegung höchste Geschwindigkeiten erreicht werden.